Augenerkrankungen

 

Häufig kommt es im Verlauf einer NF2-Erkrankung auch zur Schädigung der Augen und dabei zu einer Verschlechterung der Sehfähigkeit. Mehrere unterschiedliche Schädigungen können auftreten, oft in Kombination miteinander.

beginnende Trübung der HornhautBei einer Katarakt handelt es sich um eine Trübung der Augenlinse (grauer Star, Katarakt), die oft im Rahmen der NF2 auftritt. Bei einem großen Teil der NF2-Betroffenen kommt es schon in jungen Jahren zu einer solchen Linsentrübung

Sie führt dazu, dass das gesehene Bild immer mehr an Schärfe verliert oder zum Auftreten von Doppelbildern, die sich zum Beispiel beim Betrachten einer gekachelten Oberfläche besonders deutlich zeigen. Bei an einer fortgeschrittenen Katarakt erkrankten Patienten kann man die graue Färbung hinter der Pupille erkennen.

 

Anatomie des Auges

 

Während der Ausbildung des Grauen Stars muss eine Brille auf Grund der veränderten Brechkraft häufiger angepasst werden, denn die Verdickung der Linse bedingt eine zunehmende Kurzsichtigkeit. Das bedeutet für den am Grauen Star Erkrankten, dass er oft besser in die Nähe sehen kann als in die Ferne. Dieser Zustand wird in der Anfangsphase durch Angleichen der Brillenwerte ausgeglichen. Helfen diese Maßnahmen nicht mehr, wird die Linse operativ entfernt, und es wird eine Kunststofflinse eingesetzt. Außer dem chirurgischen Eingriff gibt es keine Möglichkeit, den Grauen Star zu behandeln. Das Entfernen einer vom Katarakt befallenen Linse ist relativ gefahrlos und stellt heute den häufigsten Eingriff am menschlichen Auge dar. Es spielt dabei keine Rolle ob das Auge z.B. durch Trockenheit bereits vorgeschädigt ist oder nicht. Man unterscheidet bei dem Eingriff zwei verschiedene Vorgehensweisen:

Zuerst wird ein Teil der Linsenvorderkapsel entfernt, um dann mittels Ultraschall die Linse zu zerkleinern und abzusaugen. Anschließend wird in den übriggebliebenen Kapselsack eine Kunstlinse eingesetzt. Solche Kunstlinsen sind heute oft aus elastischen Materialien (beispielsweise Silikone oder Acrylverbindungen), um sie in zusammengeklapptem Zustand zu implantieren und anschließend in der Kapsel entfalten zu lassen.

Schon am Tage nach der Operation lässt sich in aller Regel eine wesentliche Verbesserung Ihres Sehvermögens bemerken. Allerdings hat der Patient dann aus verschiedenen Gründen noch nicht die endgültige gute Sehschärfe erreicht. Zunächst müssen die leichten Reizerscheinungen am Auge abklingen. Manchmal kann schon nach mehreren Wochen eine allmähliche Sehverschlechterung auftreten - verursacht durch eine feine Gewebsmembran, die sich als "Nachstar" an der hinteren Linsenkapsel bildet. Durch eine kurze ambulante Behandlung mit Laserstrahl lässt sich das Sehvermögen jedoch wieder normalisieren.

Bei einer nur mäßig dichten Katarakt muss dagegen die zu erwartende Visusverbesserung durch eine Operation gegen den ebenfalls stark Amblyopie fördernden Verlust der Akkommodation (Naheinstellung der Linse) abgewogen werden.

Schielen und Augenzittern werden durch Hirntumoren bzw. durch deren Therapie verursacht. Typisch (wenn auch nicht sehr häufig) kommt es bei NF2 durch eine Abduzens-Parese zu Lähmungsschielen nach innen. Der Abduzens ist der 6. Hirnnerv und verläuft oben im Kleinhirnbrückenwinkel, in dem sich auch die Akustikusneurinome breit machen. Er versorgt die Muskeln, die die Augenbewegung nach außen steuern, daher das Schielen nach innen, typisches Symptom sind Doppelbilder. Das Lähmungsschielen kann operiert werden, es ist aber möglich, dass die OP nach einigen Jahren wiederholt werden muss.

Augenzittern (med. Nystagmus) wird durch Meningeome verursacht. Es ist ein nervöses Leiden, d.h. je nach Wetter, physischem Befinden, Müdigkeit etc. verschieden.